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Vermischtes rund um Theologie, Schöpfung und Evolution

Mitspielen verboten?

Einleitung
Heute wurde ich dankeswerter Weise per E-Mail darauf aufmerksam gemacht, dass das Darwin-Jahr-Komitee auf meinen letzten Beitrag [2] reagiert hat [1]. Im Folgenden möchte ich kurz durch den Text gehen und ein paar Anmerkungen dazu machen.

Der Homepagebeitrag
Der Titel des Beitrages „Wir dürfen nicht mitspielen“ ist an sich schon viel sagend. Denn er setzt ja voraus, dass andere bereits „spielen“ würden, was allerdings auch im jetzigen Beitrag nicht bewiesen wird. Zur Unterstellung, vor allem Wort und Wissen hätte zur Manipulation von Amazon-Rezensionen aufgerufen bzw. stecke dahinter, schrieb ich am 29.9.:

Diese Behauptung steht ohne Begründung oder gar Belege im Raum. Dabei versuche der Leser mal auf den wohl vier größten deutschsprachigen, evolutionskritischen Seiten im Internet einen ähnlich peinlichen Aufruf zur Manipulation zu finden. Es wird ihm nicht gelingen.[2]

Ich weiß nicht, ob sich jemand des Darwin-Jahr-Komitees die Mühe gemacht hat, dies zu überprüfen. Doch einen Beleg für die Aussage, Kreationisten wären schon lange organisiert auf Amazon unterwegs, sucht man weiterhin vergeblich. Ebenso sieht es mit folgender Behauptung aus:

Kein Wunder, dass es auch zum Tummelplatz von Ideologen geworden ist, welche die Köpfe ihrer verehrten Mitbürger vor falschen Gedanken schützen möchten, wie etwa der Evolutionstheorie. [1]

Gar hellseherische Fähigkeiten legt der Autor des Beitrages an den Tag, wenn er über mich schreibt:

Die Rezensionen von Michael Burger sind dafür ein gutes Beispiel, so bemerkt man nicht unbedingt sofort, dass er ein aktiver Kreationist ist. [1]

Die Tatsache, dass ich mit den Ansichten, der von mir rezensierten Bücher (Tatsache Evolution, Kreationismus in Deutschland, Streitpunkt Evolution) nicht übereinstimme, macht mich nicht zum Kreationisten. Ich bin katholisch und denke nicht, dass die Erde wenige tausend Jahre alt ist bzw. dass Gen 1/2 wörtlich genommen werden können. Als Christ versuche ich allerdings dagegen zu argumentieren, wenn man mittels der Evolution eine „neue Weltanschauung“ ableiten möchte, bzw. man glaubt mit Evolution alles erklären zu können. Von daher ist es eigentlich folgerichtig, wenn man an meinen Rezensionen nicht merkt, ich sei Kreationist, weil ich es eben nicht bin. Diese Schubladenzuordnung ist aber ein beliebtes Mittel beim Umgang mit Evolutionskritikern. Unter anderem habe ich dies auch anhand von Ulrich Kutscheras Tatsache Evolution aufgezeigt ([3], Abschnitt 6.2). Auf Amazon geht aber auch Thomas Junker diesen Weg, wenn er alle Anhänger von Joachim Bauer (Das kooperative Gen) bzw. diesen selbst kurzerhand zu Kreationisten macht, obwohl dies jeglicher Grundlage entbehrt. Dies sagt sogar Junkers AG Mitglied Prof. Dr Andreas Beyer:

Joachim BAUER – ein Kreationist? Um es ohne Umschweife zu sagen: Er ist keiner. Und zu Recht moniert er, dass in der öffentlichen Diskussion an etlichen Stellen ein Schubladen-Denken zu beklagen ist (allerdings hätte er fairerweise hinzufügen müssen, dass dies bei Kreationisten mindestens ebenso häufig zu konstatieren ist). [6]

Weiter geht es mit der polemischen Passage:

Auch machten sich die Lehmgeformten einen großen Spaß daraus, ihre Rezensionen gegenseitig aufzuwerten, sodass diese als erste auf der jeweiligen Liste auftauchten. ([1], Hervorhebung nicht im Orginal)

Wie sich versteht auch hier ohne Nachweis der Behauptung. Soviel zur ersten Seite des Textes. Zu Beginn der zweiten wird mir gleich gekonnt das Wort im Mund herum gedreht:

Michael Burger versucht sich herauszureden und behauptet, dass wir bösen Evoluzzer so eine schändliche Aktion hier durchführen, obwohl die Kreationisten völlig unschuldig wären. [1]

Zuerst sei klar gestellt: Ich habe die Mitglieder der AG Evolutionsbiologie zu keinem Zeitpunkt als böse Evoluzzer oder ähnliches bezeichnet, auch wenn man dies mit dem obigen Satz wohl zu suggerieren versucht. Auch suche man in meinem Text die Aussage, dass Kreationisten völlig unschuldig wären. Ich bestreite lediglich, dass es einen ähnlich geordneten und offiziellen Aufruf gab, wie seitens der AG Evolutionsbiologie bzw. des Darwin-Jahr-Komitees, vor allem von Wort und Wissen. Das sind zwei paar Schuhe.

Auch im folgenden Absatz werden meine Aussagen und Absichten falsch wiedergegeben, wenn es um die Rezensionen der Nutzerin Maren geht. An keiner Stelle bestreite ich, dass ihre Rezensionen mehr oder minder tendenziös sind (dem würde ich sogar zustimmen), sondern ich ziehe den Verlauf, der von ihr erhaltenen Bewertungen, lediglich als Veranschaulichung dazu heran, wie effektiv der Manipulationsaufruf gewesen ist. Gleiches gilt für meine Rezensionen: Ich weiß nicht, wer meine Rezensionen bis Mitte September bewertet hat (weder die positiven noch die negativen Fälle), sondern konnte am Bewertungsverlauf erkennen, dass „irgendetwas anders geworden ist“. Nach dem Entdecken des Aufrufs [4], konnte ich mir den Verlaufswechsel dann auch erklären.

Weiter geht es mit der Verdrehung von Tatsachen:

Burger spricht nun allen Nicht-Biologen wie Martin Neukamm die Kompetenz ab, sich qualifiziert über die Evolutionstheorie äußern zu können, was er als Informatikstudient vielleicht lieber gelassen hätte. [1]

Auch für diese Behauptung findet sich kein Textbeleg in meinem Beitrag. Neukamms Namen fällt das erste mal, wenn ich einige Mitglieder des Darwin-Jahr Komitees aufzähle, die keine Biologen sind und das zweite Mal, wenn ich seine Aktivitäten auf Amazon untersuche. Was ich an diversen Stellen (amazon.de, meine Homepage) getan habe, ist mich darüber zu wundern, wie Martin Neukamm als Chemiker in den Vorstand der AG Evolutionsbiologie kommt, da diese in ihrer Satzung doch eindeutig schreiben:

2. Wer kann Mitglied werden
Fachlich ausgewiesene Biologen, welche die oben beschriebenen Grundpositionen teilen und den aufgelisteten Schwerpunkten zugeordnet werden können, sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen und wenden sich bitte an den Sprecher (Prof. U. Kutschera). [7]

Das hat rein garnichts damit zu tun, ob ich Neukamm zutraue korrekte Aussagen über Evolutionsbiologie zu tätigen bzw. deren Aussagekraft durch seinen akademischen Werdegang abzuwerten. Dass ich Informatik studiere und somit kein Biologe bin, ist dagegen eine der wenigen korrekten Aussagen des Artikels. Aber dem Leser sei an dieser Stelle eine kleine Denkaufgabe mitgegeben:

Welcher deutsche Biologieprofessor weist Evolutionskritik gerne mit dem „Argument“ zurück, dass sie nicht von fachlich-ausgewiesenen Evolutionsbiologen stammt, die peer-reviewed publications im Web of Science vorweisen können?

Im Beitrag folgt nun:

Der Rest ist eine ellenlange Moralpredigt über unsere unfeinen Methoden. Ja, wir sind auch böse geworden. Nun können wir uns auf gleicher Ebene begegnen. Ist das eine „Manipulation des Rezensionssystems“? Hängt davon ab, was die Lehminge dort treiben. [1]

Erneut von der Beleidigung Lehminge abgesehen: Jetzt wird hier wieder behauptet, man würde nur nachahmen, was andere bereits vorher getan hätten und dies als Rechtfertigung vorgeschoben. Dass die Taten von anderen (selbst wenn sie erwiesen wären), nicht als Rechtfertigung dienen können gleiches mit gleichem zu vergelten, sollte allerdings jedem klar sein. Das Darwin-Jahr Komitee scheint diese Tatsache allerdings anders zu sehen. Man ist sich keiner Schuld bewusst und schließt den Beitrag mit:

Burgers Fazit:

„Leider muss man aber zugestehen, dass sein Aufruf angenommen wurde und die Freunde der Evolutionsbiologie das Amazon-System für dessen Umsetzung entdeckt haben.“

So ist es. Danke dafür.[1]

Wirklich alles lupenrein?
Doch der Beitrag war nicht die einzige Reaktion, die auf meinen Artikel folgte. So kritisierte ich zum einen, dass sich die Mitglieder der AG Evolutionsbiologie Thomas Junker, Sabine Paul und Martin Neukamm hinter Pseudonymen versteckten und sich selbst oder gegenseitig Rezensionen zu schoben [2]. Dies hat sich mittlerweile geändert und alle drei genannten treten mittlerweile mit ihren Realnamen auf. Auch hat Thomas Junker einige seiner Beiträge geändert. Unter anderem auch den Beitrag [5], in dem in der Fassung vom 29.9. noch die folgende Stelle stand

Wenn Sie sich aber die Bücher und Arbeiten von Thomas Junker einmal ein wenig genauer ansehen, dann werden Sie merken, dass er auch bei unbequemen Themen, z.B. bei der von ihnen angesprochenen Eugenik, durchaus nicht die verordneten Phrasen nachplappert. Vielleicht ist es ja auch kein Zufall, dass er trotz entsprechender Qualifikation nicht auf einen Lehrstuhl berufen wurde, sondern apl. Prof. ist und als freier Autor lebt.

welche ich in meinem Beitrag [2] zitierte. Der entsprechende Diskussionbeitrag wurde vollkommen verändert. Dies war aber allein deshalb nötig, weil Prof. Junker, zuvor noch als JFB getarnt, in dritter Person über sich selbst sprach. Es hätte ja auch seltsam geklungen, wenn ein User mit Namen „Thomas Junker“ geschrieben hätte:

Wenn Sie sich aber die Bücher und Arbeiten von Thomas Junker einmal ein wenig genauer ansehen (…)

Daher liest man jetzt:

Wenn Sie sich meine Bücher und Arbeiten einmal ein wenig genauer ansehen (…) [5]

Die Passage mit der Art der Professur ist in der Neufassung des Diskussionbeitrages dagegen vollständig entfallen.

Fazit
Auch wenn man sich Mühe gibt, nach außen hin meine Kritik vollkommen von sich zu weisen, so zeugt allein die Tatsache, der Profiländerungen und die teilweise doch sprachlich beleidigende Wortwahl des Artikels [1], dass man sich vielleicht doch bewusst ist, dass man sich mit der Aktion keinen Gefallen getan hat bzw. irgendwo doch ein Nerv getroffen wurde. Die Frage, ob man unmoralisches Verhalten damit rechtfertigen kann, dass man es angeblich nur nach macht, mag jeder Leser für sich persönlich beantworten.

Quellen
[1] http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/wir-duerfen-nicht-mitspielen?page=0,0
[2] http://www.theismus.de/?p=131
[3] http://www.theismus.de/upload/TatsacheEvolution.pdf
[4] http://www.evolutionsbiologen.de/verschwundene-kreationisten.html
[5] http://www.amazon.de/review/R1OL4O0G5TIBJK/ref=cm_aya_cmt?ie=UTF8&ASIN=3406536093#wasThisHelpful
[6] http://www.evolutionsbiologen.de/Das-kooperative-Gen_AB.pdf
[7] http://www.evolutionsbiologen.de/ziele.html

One Response to “Mitspielen verboten?”

  1. Verschwörungstheorien auf Falschinformationen aufbauen? - www.theismus.de - Vermischtes rund um Theologie, Schöpfung und Evolution Says:

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